Häufige Fragen


 

Was sind E-Assessments?

Das JISC & QCA E-Assessment Glossary definiert E-Assessments als:

„The end-to-end electronic assessment processes where ICT is used for the presentation of assessment activity and the recording of responses. This includes the end-to-end assessment process from the perspective of learners, tutors, learning establishments, awarding bodies and regulators, and the general public.”

Das ZMML versteht unter E-Assessments jede Prüfungsform, bei der Informations- und Kommunikationsttechnologien zur Beurteilung, Bestimmung, Bewertung, Dokumentation und Rückmeldung von Lernvoraussetzungen, dem aktuellen Lernstand oder dem erreichten Lernergebnis zum Einsatz kommen. Es gibt eine Vielzahl von Typen, die man z.B. nach dem Prüfungsziel einteilen kann:

  • Selektion (diagnostisch), z.B: über Einstufungstests
  • Lernlenkung, z.B. über Probeklausuren und self-assessments
  • Leistungsbewertung, z.B. über E-Klausuren

Je nach Beurteilungszeitpunkt unterscheidet man formative (begleitende) oder summative (abschließende) Assessments. Alle genannten Beispiele werden im Testcenter angeboten. Für Details siehe Prüfungsformen.

Eine E-Klausur ist formal gesehen "eine unter Aufsicht am Computer anzufertigende Arbeit, in der vorgegebene Aufgaben allein und selbstständig nur mit den zugelassenen Hilfsmitteln zu bearbeiten sind", also das Pendant zur schriftlichen Prüfung. E-Klausuren können die prüfungsdidaktischen Möglichkeiten z.B. durch die Einbindung von Multimediaelementen allerdings deutlich erweitern.
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Welche Vorteile haben E-Klausuren?

Ausgangspunkt für die Einführung elektronischer Prüfungen in 2004 war das Ziel, Lehrende in den Massenstudiengängen, die oft mehrere Wochen mit Korrektur schriftlicher Prüfungen beschäftigt waren, ohne Abstriche in der Prüfungsqualität durch automatisierte Korrekturverfahren sowie Unterstützung bei der Organisation, Durchführung und Auswertung zu entlasten. Das Potenzial der E-Klausuren geht aber deutlich über ökonomische Vorteile hinaus. Im Einzelnen sind dies:

  • Verbesserung der Feedbackqualität für die Studierenden, etwa durch sofortige Ergebnisrückmeldung bei automatisierter Auswertung, Ergebnisstatistiken und Schwachstellenanalysen
  • Erhöhung der Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität
  • Technische Unterstützung bei der webbasierten Nachbewertung von (klar lesbaren) Freitextfragen im Team
  • Fortschreitende Qualitätssicherung und -verbesserung der Fragenkataloge durch Auswertung von Studierendenfeedbacks (Kommentarfunktion), Ergebnisstatistik und Item-Analysen
  • Erweiterung der prüfungsdidaktischen Möglichkeiten durch IT, insb. durch die Einbindung von Multimedia-Elementen wie Video, Audio und Simulationen sowie Verwendung komplexer, digitaler Anlagen (z.B. PDF-Dateien mit Fallstudien, Tabellensammlungen, Skripten etc.)
  • Berufsnahe und handlungsorientierte Ausbildung und Prüfung durch Integration fachspezifischer Software oder Durchführung von Internetrecherchen
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Wie gehe ich vor, wenn ich ein E-Assessment durchführen möchte?

Am Anfang steht ein unverbindliches Beratungsgespräch mit dem E-Assessment-Team des ZMML. Wir klären mit ihnen ihre Bedarfe, besprechen die Rahmenbedingungen, helfen bei der Auswahl des geeigneten Prüfungsdesigns und erstellen mit Ihnen den Fahrplan bis zum Prüfungstermin. Das Beratungsgespräch und die Festlegung des Prüfungstermins sollte möglichst schon zu Semesterbeginn erfolgen, denn die Planung braucht Zeit und das Testcenter ist am Semesterende meist schon stark gebucht. Bitte bedenken Sie, dass Sie, anders als bei schriftlichen Prüfungen, die Fragenvorlage bzw. dessen digitale Umsetzung je nach Rahmenbedingungen (Anzahl und Art der Fragen, eigene Erstellung oder Digitalisierung durch das ZMML) 2-4 Wochen vor der Prüfung in der Endfassung vorliegen muss. Diese Zeitspanne ist zwingend für die Überprüfung der Fragen und Einstellungen notwendig, die Einhaltung des Fahrplans und die Beteiligung an der Qualitätssicherung Voraussetzung dafür, dass wir mit Ihnen ihre Prüfung durchführen.
Detaillierte Informationen zur Organisation finden Sie unter Ablauf.
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Was sind die Prüfungsrechtlichen Voraussetzungen?

Allgemein gilt, das Prüfungen im Antwort-Wahl-Verfahren im Allgemeinen und E-Klausuren im besonderen in der allgemeinen und fachspezifischen Prüfungsordnung als zulässige Form genannt werden sollten. Wie bei schriftlichen Prüfungen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Hierzu zählen:

  • Die geforderten Kompetenzen müssen adäquat geprüft werden
  • Die Aufgaben müssen eindeutig identifizierbar sein sowie eindeutig und dauerhaft den KandidatInnen zugeordnet werden
  • Die Datenschutzbestimmungen sind einzuhalten
  • Den Studierenden muss die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Prüfungssystem vertraut zu machen
  • Die Klausureinsichten müssen gewährleistet sein und durch Fachpersonal betreut werden
  • Aufgabenstellung, Bewertungsschema, einzelne Prüfungsergebnisse und Protokolle werden archiviert

Der erste Punkt liegt in der Verantwortung der Prüfer, alle übrigen Forderungen lassen sich bei den E-Klausuren in Bremen problemlos erfüllen (Rechtsfragen bei E-Klausuren). Die allgemeine Bachelor-Prüfungsordnung der Universität Bremen wurde entsprechend angepasst.
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Wie sicher sind E-Klausuren?

Sehr sicher! Das ZMML hat bisher mehr als 500 E-Klausuren durchgeführt, keine davon musste auf Grund technischer Probleme ausfallen. Prüfungsverzögerungen hat es seit Inbetriebnahme des Testcenters nicht mehr gegeben. Bei keinem der mehr als 55.000 Prüfungsleistungen hat es bisher Datenverluste gegeben. Sollte einmal ein Rechner ausfallen, wird für den betroffenen Teilnehmer die Prüfungszeit gestoppt. Es stehen ausreichend Ausweichplätze zur Verfügung, die ständige Synchronisation der Eingaben mit der Datenbank erlaubt dann die sofortige Fortsetzung der Prüfung an der Stelle, an der sie unterbrochen wurde. Das Testcenter ist übrigens nicht auf das Campusnetz angewiesen sondern arbeitet autonom. Vor Stromausfällen sind natürlich auch wir nicht gefeit, dann müsste diese, wie jede andere Prüfung auch, schon allein aus Sicherheitsgründen (Ausfall der Alarmanlage, kein Licht) ausfallen ;)

Wichtig ist die Einhaltung der prüfungsvorgelagerten Qualitätssicherung:
Werden alle Fragen korrekt wiedergegeben und bewertet? Sind alle Einstellungen wie gewünscht? Stimmen Fragenauswahl und Prüfungszeit? Sind alle Teilnehmer korrekt registriert? Damit am Prüfungstag alles klappt, werden wir diese Punkte zusammen mit Ihnen an Hand unserer Checklisten durchgehen und sind dabei auf Ihre Mithilfe angewiesen.

Und falls sich doch einmal ein Fehler einschleicht? Über die Nachbewertungsmöglichkeiten der eingesetzten Software können sie prüfungsweit oder individuell Nachbewertungen vornehmen und z.B. einzelne Fragen ganz aus der Wertung ausschließen.
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Wie steht es um den Datenschutz?

Bei Prüfungen, insbesondere bei E-Klausuren, fallen viele personenbezogene und hochsensible Daten an. Teilnehmerlisten, Prüfungsergebnisse, Fragenkataloge etc. dürfen nicht in falsche Hände geraten. Selbst die Kombination von Namen und Matrikelnummern darf nur berechtigten Personen zugänglich gemacht werden. Technisch begegnen wir dem durch eine solide Absicherung der Prüfungsserver über exklusive VPN-Verbindungen und Firewall. Dozentenzugänge zum LPLUS Teststudio für Katalogtests und Nachbewertungen werden nur temporär und bei Einhaltung der Passwortvorschriften vergeben. Der Austausch sensibler Dateien zwischen Dozenten und dem ZMML erfolgt über eine separate, passwortgeschützte Seite, das Testcenter Management Tool (TMT).
All diese Maßnahmen können allerdings nur so sicher sein wie der Umgang mit den Zugangsdaten. Verwahren Sie diese so sicher auf, als ob es sich um Daten für online-Banking handeln würde! Das Bekanntwerden eines Fragenkatalogs kann viele Stunden Entwicklungsarbeit zunichte machen. Verzichten sie auf jeden Fall darauf, solche Daten per Email zu versenden, denn die sind so geheim wie Postkarten! Nutzen Sie das TMT.
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Wieviele Studierende können im Testcenter geprüft werden?

Das Testcenter bietet 120 Plätze, 3 davon sollten als Ausfallreserve freigehalten werden. Die Zahl der Teilnehmer beeinflusst die Wahrscheinlichkeit des Abguckens während der Prüfung bzw. der Fragenweitergabe an nachfolgende Teilnehmer. Daraus ergeben sich folgende mögliche Prüfungsszenarios:

TN-Zahl Belegung Prüfungsszenario
unter 65 keine direkten Nachbarn notwendig
  • 1 Durchlauf mit 1 Fragensatz
  • identische Fragen- und Antwortreihenfolge möglich
65 - 120 direkte Nachbarn (Abstand 90cm)
  • 1 Durchlauf mit 1 Fragensatz
  • Fragen- und Antwortreihenfolge zufällig
121-240 direkte Nachbarn, 2 Durchläufe notwendig
  • 2 Durchläufe im direkten Wechsel mit identischem Fragensatz
  • Fragen- und Antwortreihenfolge zufällig
  • TN des 1. Durchlaufs müssen bis Prüfungsende warten und verlassen das Testcenter durch den hinteren Ausgang, die TN des 2. Durchlaufs betreten das Testcenter durch den Haupteingang (siehe Raumplan)
241-480 direkte Nachbarn, 3-4 Durchläufe notwendig
  • bis zu 4 Durchläufe, 1/2 im direkten Wechsel mit Fragensatz 1, 3/4 im direkten Wechsel mit Fragensatz 2
  • Fragen- und Antwortreihenfolge zufällig
  • TN des 1. und 3. Durchlaufs müssen bis Prüfungsende warten und verlassen das Testcenter durch den hinteren Ausgang, die TN des 2. und 4. Durchlaufs betreten das Testcenter durch den Haupteingang
über 480 direkte Nachbarn, mehr als 4 Durchläufe notwendig
  • beliebige Anzahl an Durchläufen (auch an verschiedenen Tagen)
  • ca. vierfache Fragenanzahl notwendig, Zufallsauswahl der Fragen aus Unterthemen mit gleichwertigen Fragen
  • Fragen- und Antwortreihenfolge zufällig

Bei sehr vielen Teilnehmern muss also mit einem erhöhten Aufwand für die Katalogerstellung gerechnet werden. Allerdings erfordern auch die Wiederholungsprüfungen zusätzliche Fragensätze, so dass bereits bei 2-3 Wiederholungsprüfungen der Aufwand im Vergleich direkter Auswahl und Zufallsauswahl identisch ist.
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Wie kann man Schummeln verhindern?

Wie unter Teilnehmerzahl gezeigt, hängt dies von der Raumbelegung ab. Haben Sie mehr als 64 und damit direkt benachbarte Teilnehmer, kann die Prüfung so eingestellt werden, dass die Fragen in unterschiedlicher Reihenfolge erscheinen. Bei Multiple-Choice-Fragen kann außerdem die Reihenfolge der zur Auswahl stehenden Antworten nach dem Zufallsprinzip variiert werden. Je mehr Fragen beantwortet werden müssen, desto schwieriger wird es den benachbarten Teilnehmern fallen, sich zu koordinieren. Sind mehr als 2 Durchläufe notwendig, sollten Sie die Fragen per Zufallsprinzip aus ausreichend großen Katalogen ziehen lassen.
Wenn Konzeptpapiere verteilt werden, müssen diese am Ende der Prüfung konsequent eingesammelt werden. Handys und andere elektronische Geräte dürfen nicht am Platz bleiben, die Verwendung programmierbarer Taschenrechner ist gegebenenfalls zu untersagen.
Die Arbeitsplätze im Testcenter haben in der Default-Einstellung keine Internetverbindung, d.h. online-Kommunikation und Internetrecherche sind über diese nicht möglich.
Der beste Schutz gegen Schummeln ist, wie bei schriftlichen Prüfungen, eine konsequente Aufsicht sowie Sanktionen bei Täuschungsversuchen.
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